Wer sind wir?

Welch große Frage – aber bevor wir uns in philosophischen Abgründen verlieren, hier der Versuch einer kurzen Selbstbeschreibung.

Wir sind eine Gruppe von Lesben und Schwulen – nicht mehr ganz jung, dafür relativ gutaussehend und gebildet, keiner Partei angehörend, offen lebend – und vom CSD zunehmend angenervt.

Aber damit wir uns nicht missverstehen: Wir lehnen den CSD nicht ab – im Gegenteil! Bei vergangenen CSDs waren wir meist alle in irgendeiner Form dabei. In der sportlicheren Variante mitlaufend im CSD-Zug, in der nicht ganz so sportlichen stehend am Straßenrand und später alle gemeinsam feiernd auf dem Straßenfest. Und klar hatten wir unseren Spaß! Aber ein fader Beigeschmack blieb doch und machte sich in den vergangenen Jahren immer stärker bemerkbar.

Der Film Milk inspirierte Nic schließlich zu der Idee von ich bin... .Er erzählt die Geschichte des Bürgerrechtlers Harvey Milk, der im San Francisco der 70er als erster bekennender Homosexueller in ein öffentliches Amt gewählt wurde. Das Engagement, der Enthusiasmus der Hauptfiguren riss uns mit. Das Schicksal dieses mutigen Mannes rührte uns an. Bewegt verließen wir das Kino und wunderten uns. Die Ereignisse lagen noch gar nicht so lange zurück und doch schienen Welten zwischen den damaligen Demonstrationen für Gay-Rights und den heutigen CSDs zu liegen.

Als wir uns kurz danach auf einer Geburtstagsfeier wieder trafen, erzählte uns Nic von ihrer Idee. Alle waren begeistert und schnell fand sich unser Grüppchen zusammen. Wir trafen uns, diskutierten und jede/r hatte einen Beitrag zum Projekt beizusteuern. So wuchs und gedieh ich bin… ‑‑ von einer spontanen Idee zur konkreten Aktion.