Presse

Der hinnerk hat sich als Erster einen der begehrten Interview-Termine mit uns gesichert.

Nic und Usch standen dem Chefredakteur Stefan Mielchen Rede und Antwort.

Und während wir intern diskutieren wer sich in die Talkrunde zu Anne Will setzen oder zum Interview mit Dunja Hayali ins heute journal gehen darf, habt Ihr was zu lesen: "Du bist CSD" aus dem hinnerk, Ausgabe 07/09:

 

Du bist CSD

Flashmop mit anderen Mitteln: Eine private T-Shirt-Aktion soll die Stadt bunter machen

Im Freundeskreis von Nicole Dommes und Usch Overbeck herrschte Unzufriedenheit mit dem CSD. Austauschbar, beliebig und kommerziell sei er geworden. Und auch mit dem Abbild in den Medien mochten sie sich immer weniger identifizieren. Ein Kinobesuch änderte alles...

 

hinnerk:  Usch, Nicole: Was genau verbirgt sich hinter Eurer Aktion „Ich bin CSD“?

Nicole: Wir sind eine Gruppe von Schwulen und Lesben, die gerne auf dem CSD mitgehen möchten. Und wir möchten alle, die schon lange nicht mehr dabei waren, motivieren, das auch zu tun.

hinnerk:  Das klingt nach Unzufriedenheit...

Nicole: Ich habe mich in den letzten Jahren beim CSD nicht mehr wiedergefunden und wusste nicht mehr, wo ich mitgehen soll.

hinnerk:  Woran liegt das?

Usch: Der CSD ist austauschbar und beliebig geworden. Die Parade sieht aus wie der G-Move und man kann nicht mehr wirklich erkennen, wofür wir eigentlich stehen. Dann haben wir „Milk“ im Kino gesehen, und das hat uns total inspiriert!

hinnerk:  In welcher Art?

Usch: Wir haben gesagt: Wenn wir unzufrieden sind, müssen wir was tun. Nur allein zu meckern bringt es ja auch nicht! Wir sind ganz „normale“ Lesben und Schwule, aber wir wollen in der Masse eben auch erkannt werden.

hinnerk:  Was ist die Idee hinter den T-Shirts?

Nicole: Zu zeigen, dass man lesbisch, schwul, queer – was auch immer ist. Und zu zeigen, wo in der Gesellschaft man eingebunden ist.

Usch: Homosexuelles Leben ist doch weit vielfältiger, als wir selbst uns das vorstellen können. Man findet uns überall. Die Aktion ist ein kleiner Hinweis darauf.
Nicole: Wir haben etwas Gemeinsames, aber wir sind trotzdem alle ganz bunt und unterschiedlich!

hinnerk:  Was muss man tun, um Teil Eurer Aktion zu werden?

Usch: Geht auf unsere Homepage, da wird alles genau erklärt. Besorgt Euch ein T-Shirt in Eurer Lieblingsfarbe und geht zu „Shirts & more“ im Mercado in Altona. Da arbeitet Christian, der die Logos bereithält und die T-Shrits bedruckt. Egal, was man ist – schwuler Tauchlehrer, lesbische Kammersängerin, Steuerzahlerin und so weiter...

hinnerk:  Werden am 8. August tausende T-Shirt-Träger durch Hamburg laufen?

Nicole: Also ich erwarte jetzt nicht die riesige Resonanz...
Usch: Ich eigentlich auch nicht. Wir haben gedacht, wir machen das, um mit ein paar Freunden und Freundinnen etwas zusammen auf die Beine zu stellen. Dann kam die Idee mit der Website. Aber wir forcieren das nicht. Die Aktion kann klein bleiben. Und wenn sie groß wird – dann freuen wir uns!

Interview: Stefan Mielchen

Kopie des in der Juli-Ausgabe von Hinnerk erschienenen Artikels als PDF-Datei (840 kB)